Historische Ortsführung durch Gechingen


von Fritz Roller




Rathaus:
Es wurde 1970 an Stelle des um 1700 erbauten Gasthauses "Adler", das einen Mietstall hatte, erbaut. Reisende und ihre Pferde fanden hier Unterkunft. Im Rathaus hängt heute das "Uffamergamännle", eine geschnitzte Holzfigur mit der Jahreszahl 1813, die aber keinen Aufschluss über das Alter der Figur gibt. Es war früher an der Hauswand des abgebrochenen Konsumgebäudes angebracht, wo sich einmal das Hengstetter Tor befand. Es wird vermutet, dass die Figur einen Torheiligen darstellt oder dass sie an die Einquartierung von 900 Russen um 1780 erinnern soll. Zwei Gedichte hängen neben der Figur die den Namen "Uffamergamännle" erklären sollen. Der Name steht in Beziehung zum abendlichen Ave Maria Läuten, bei dessen Glockenklang die Kinder zu Hause sein sollten, sonst würde sie das "Uffamergamännle" holen. (Eine Art Nachtkrabb.)


Fleckenparkplatz:
Hier stand das "Keseleshaus", das auf der Seite des Hengstetter Tores eine Art Kanzel hatte, in der sich die Ortsältesten der Überlieferung nach zur Beratung getroffen haben sollen. Dieser Raum könnte auch der Überwachung des Tores, welches nur aus einem Holzgatter bestand, gedient haben,

Hoher Angel:
Hier wohnte der in Altgechingen bekannte Herr Retter, über den es einige Geschichten gibt. Einmal wollte ihn seine Frau nicht ins Wirtshaus lassen und schloss ihn deshalb ein. Daraufhin hängte er die Haustüre aus und trug sie auf dem Rücken in das Gasthaus "Krone". Dort gab es ein großes Gelächter, als er den Grund des Haustürtransportes erklärte.
Einige Häuser weiter war der Totengräber zu Hause. Auch über ihn erzählt man sich einige Geschichten. Als er eine Kuh kaufen wollte und nicht genug Geld hatte, um sie zu bezahlen, fragte ihn der Viehhändler nach Sicherheiten. "Ja", sagte der Totengräber "die habe ich, im Flecken sind für 1000 Mark alte Leute."

Haus Kühnle, Calwer Str.22:
Das Haus wurde 1846 vom königlichen Notar und Schultheißen Pregizer gebaut. 1866 kaufte es die Gemeinde und nutzte es als Wohnhaus für Lehrer, Förster, Postschaffner und auch als Arztpraxis. Erster Mieter war der Mittelschullehrer Büttner, da in jener Zeit die Gechinger Schule einen Mittelschulzug besaß.

Haus Wagner, Zweibotthaus, Calwer Straße:
Hier wohnte der Zweibott, so genannt, weil er als Bote ("Bott") jeden Tag um 2 Uhr nach Calw ging, um die Post und andere Kleinigkeiten zu holen. Später fuhr er mit einer leichten Kutsche und transportierte auch Personen. Das Haus, erbaut 1793, steht auf dem ehemaligen Weinkeller des Gasthauses "Hirsch". Im letzten Krieg wurde der Keller als Luftschutzkeller benützt.

Sudhaus Krone, Calwer Straße:
Es wurde 1883 erbaut. Vorher stand hier eine Ziegelhütte von Samuel Ziegler, der im heutigen Gasthaus "Krone" wohnte. Im Sudhaus wurde Bier gebraut, das Hopfenhaus stand schräg gegenüber, hier trocknete und lagerte der Hopfen. Dieses Haus wurde 1954 zu einem Wohnhaus umgebaut.

Friedhof, Kirchstraße:
Früher war er bei der Kirche (Kirchhof), um 1730 wurde er verlegt, 1814 erweitert, (Beweis: Stein mit Jahreszahl in der Mauer), weitere Erweiterungen folgten in den Jahren 1964, 1979, 1989 und 2000. Als der Friedhof 1814 erweitert wurde, sollte er lt. Anordnung aus Calw nur mit einer Hecke umfriedet sein. Die Gechinger setzten aber eine Mauer durch mit der Begründung: "sonst könnten die Wölfe ungehindert unsere Toten ausgraben." 1965: Einweihung der Leichenhalle und des Ehrenmales für die Bombenopfer des 20.4.1945. Auf dem 1987 renovierten Grabstein aus dem Jahr 1827 steht geschrieben:

"Hier ruht die zerschlagene Hülle des schnell endenden Mitbürgers Johann Michael Gehring, geschehen den 19.April 1827.
Nicht weit von dieser stillen Stätte, wo mein zerschlagener Körper ruht, fand ich ein schnelles Sterbebette durch eines scheuen Tieres Wut. Am gleichen Tag ging es zu Ende, kam doch mein Geist in Gottes Hände. Seinem ihm unvergessenen Vater und dem neben ihm ruhenden Kinde in Liebe dein dankbarer Sohn, welcher dich wiedersehen wird im Jenseits Gottes. Leichentext von Vikar Klinger,entnommen den Klageliedern Jeremia im 3. Kap. Verse 4 und 24. Ich bin ein elender Mann...

Weiter befinden sich auf dem Friedhof die Gräber der Schultheißen- Familien Ziegler und Schumacher.
Desweiteren eine Grabplatte für Pfarrer Klinger aus dem Jahr 1830, eine zweite für Georg Andreas Hartmann, Lehrer von 1788-1831, und eine dritte für Johann Georg Kappis, Schultheiß, geb. 1787.


Haus Marquardt, Kirchstraße:
Erbaut 1620 von Eberlin Weiss, Schulzenhaus genannt, da verschiedene Schultheißen hier wohnten: Schumacher, Ladner, Schmidt. Im Keller der Scheuer findet sich die älteste Jahreszahl neben der in der Kirche, nämlich 1573.
Es handelt sich mit Sicherheit um einen Hof aus dem Mittelalter, der von einem Träger und seiner Verwandtschaft bewirtschaftet wurde, der dem Klosteramt Merklingen zinspflichtig war.

Ehrenmal, Kirchstraße:
Am 2.Juli 1922 für die Gefallenen des 1.Weltkriegs aufgestellt. Ursprünglich war der Standort bei der Marienlinde vorgesehen, was aber leider aus Verkehrsgründen nicht möglich war. Bildhauer Gläser aus Stuttgart gestaltete das Ehrenmal. Bei der Einweihung soll der damalige Pfarrer ein altes Weiblein gefragt haben, ob sie wisse, was der springende Hirsch bedeutet. "Ja," meinte sie "weil unsere Soldaten vor den Feinden so davongesprungen sind." In Wirklichkeit soll der Hirsch unser Land Württemberg darstellen, das bekanntlich 3 Hirschstangen im Wappen führt.

Kirchplatz:
Einst befand sich hier im sogenannten Zwingelhof das Kornhaus des Abtes von Herrenalb. Es brannte schon 1759 ab. Später wurde hier das erste Spritzenhaus der Gemeinde erbaut. Der Name Zwingelhof bezeichnete einen von Mauern umgebenen Platz, der der Verteidigung diente. Die Mauern waren teilweise mit Schießscharten versehen. Hierher zogen sich die Dorfbewohner bei Angriffen als letzten Zufluchtsort zurück.

Kirche, Kirchstraße:
Sie wurde 1428 das erstemal erwähnt, aber sicher stand hier schon vorher eine Kirche. 1876 wurde der Turm auf die heutige Höhe aufgestockt. Der Dachdeckermeister machte zum Abschluss seiner Arbeit auf der Kirchturmspitze einen Handstand. An dem Blitzableiter, der außen am Turm nach oben führt, kletterte früher die Dorfjugend aus Spass hoch, was vielen eine Tracht Prügel eintrug.

Am hinterer Eingang (Südseite) ist auf einer Inschrift zu lesen:
"Zu Ehren des heiligen Martin ist diese Kirche im Jahre des Herrn 1481 geweiht worden. Heinrich Wieland Steinhauer, Berthold Dieringer Pfarrer." In der Mitte befand sich das badische Wappen, das später abgeschlagen wurde.

Am Turm steht:
"Anno 1561 im Monat April ist dieser Turm durch einen Blitz vom Himmel getroffen und bis zur Hälfte gespalten und endgültig im Jahre 1568 ist die im gleichen Jahr begonnene Erneuerung vollendet worden."

Über dem Eingang befindet sich eine Sandsteinrose mit der Jahreszahl 1743. Sie wurde zum Abschluss einer großen Baumaßnahme gesetzt. Nach Unterlagen kamen zur Einweihung 2000 Menschen. Der Taufstein trägt am Fuß das Steinmetzzeichen des Meisters Wieland.

Im Treppenhaus steht ein alter Grabstein, der früher als Bodenplatte vor dem Altar lag. Er hat die Inschrift:
"Anno Domini 1481 starb Berthold Dieringer alten Bulachs Bürger, geboren 1400. Seine Seele ruhe in Frieden."

Vom Geläut aus dem Jahre 1495 hängen noch 2 Glocken im Turm, auf der Größeren steht:
"Osanna heiss ich, in unserer Frauen Ehr läut ich. Bernhard Lachamann goss mich 1495".
Auf der Mittleren:
"Jesus Nazarenus ,der Juden König. Bernhard Lachamann goss mich 1495."
Auf der Kleinsten, die 1918 im ersten Weltkrieg für Munitionszwecke abgegeben werden musste, stand:
"Hilf Jesus Maria. Bernhard Lachamann goss mich 1495."
Diese Glocke musste man im Turm in Stücke schlagen, weil sie zu groß war, um sie zum Schalladen hinaus zu werfen.
1923 ersetzte man die fehlende Glocke durch eine neue, auf der stand:
"Hilf Herr, aus dieser Not. Die Gemeinde Gechingen."
Doch auch diese Glocke ereilte im 2.Weltkrieg das gleiche Schicksal - sie wurde abgeholt. Die 1950 neu aufgehängte Glocke hat die Inschrift:
"Hilf Herr aus grosser Not, gegossen ward ich in schwerer Zeit, um die gefallenen Helden trage ich Leid."

Den Bühnenboden über Kirche vermietete man einst zum Hopfentrocknen. Bei der Totalrenovierung 1953 kamen übermalte und zugetäferte Bildtafeln zum Vorschein, die teilweise sichergestellt und dann vergessen wurden. 1985 entdeckte ich zufällig Teile davon, die seit der Renovierung im Ev.Gemeindehaus hängen. 1522 hat die Kirche einen Altarschrein besessen, von dem noch zwei Figuren im Sindelfinger Heimatmuseum und im Landesmuseum Stuttgart zu sehen sind, der Heilige Martin und der Heilige Petrus.

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1875, der älteste Hinweis aber von 1751. Vorher war die Orgel auf einer Empore über dem heutigen Altar. Eine Treppe an der linken Seite führte nach oben. Unter der Empore saßen Schüler und Konfirmanden. Der Altar befand sich in der Kirchenmitte.

Haus Bühler, Kirchstr. 2
Die Inschrift am Eckbalken lautet:
"1750 erbaut und 1842 renoviert. Jakob Martin Gehring und seine Hausfrau Christine Kathrin. Ach Gott, bewahre dieses Haus und alle die gehn ein und aus."
Darunter ist eine Pflugschar als Sinnbild des Bauernstandes. Der anschließende Hof heißt Appeleshof. Der Name kommt von Appell, was beim Militär so viel wie Antreten bedeutet. Im alten Rathaus in Gechingen fanden die Musterungen und Aushebungen zum Militärdienst auch von den umliegenden Ortschaften statt. Da bot sich der Appeleshof zum Antreten der Mannschaften geradezu an.
Es handelt sich mit Sicherheit um einen mittelalterlichen Hof, der von einem Träger und seiner Verwandtschaft, der dem Klosteramt Merklingen zinspflichtig war bewirtschaftet wurde.

Haus Engler, Hauptstr. 1:
Baujahr 1818.

Haus Weiss, Brunnenstraße:
Im hinteren, inzwischen abgebrochenen Hausteil befand sich ab 1883 die Poststelle und seit 1889 das erste Telefon des Ortes. Das Rathaus bekam erst später den zweiten Anschluss, weil der damalige Schultheiß ein Telefon für unnötig hielt.
Die Post zog 1913 in die Calwerstraße um.

Das alte Rathaus, Brunnenstraße:
Erbaut vor 1475, danach mehrfach umgebaut und renoviert. 1980: Totalumbau. Seit 1972 wird es nicht mehr als Rathaus genutzt. Die Glocke diente zur Benachrichtigung der Bürger, wenn es im Ort brannte oder wenn es die Steuern zu bezahlen galt.  Im EG waren zwei Arrestzellen, in eine davon baute man die erste Ortstelefonzentrale ein. Weiter befand sich im EG die Gemeindepflege und das Gemeindearchiv.

Ev. Gemeindehaus, Brunnenstraße:
Es wurde 1983 erbaut. Früher stand hier das 1834 für die damalige Zeit große und moderne Schulhaus. Dieses ersetzte das noch ältere Schulgebäude, welches an das Rathaus angebaut war. Der erste Lehrer wird um 1584 erwähnt. Wie bereits erwähnt, hatte die Schule von 1866-1890 einen Mittelschulzug, der von vielen Auswärtigen, die zum Teil aus der Schweiz kamen, besucht wurde.

Das Pfarrhaus, Brunnenstraße:
Es wurde um 1677 erbaut, nachdem das alte bis auf den Grund abgerissen worden war. Zur Landwirtschaft der Pfarrer gehörten die Wiesen und Äcker am Bach entlang, das Widdum genannt. Einen Eber zu halten gehörte ebenfalls zu den Pflichten der Pfarrer, die sich oft über die beschwerliche landwirtschaftliche Arbeit beklagten.
Die neben dem Pfarrhaus stehende Pfarrscheuer brach man um 1950 ab, um die Straße nach Dachtel neu zu führen.

Quellen:
Im Keller des Hauses der Familie Böttinger, Brunnenstraße, befindet sich eine stetig fließende Quelle. Auch als die Wasserleitung fertig war, holte man hier immer kühles, frisches Wasser, das heute aber nicht mehr als Trinkwasser geeignet ist. Aus dem Fundament der Scheune fließt eine starke, aber nicht ausdauernde Quelle. Sie speiste den Gänsegarten, der sich an der Stelle des heutigen Feuersees befand, und den Bernbrunnen bei der Scheune, der mit zwei eisernen Schwengeln versehen war.
Außerdem versorgte diese Quelle den Rohrbrunnen bei der Post in der Dachteler Straße über eine im Bach verlegte hölzerne Teuchelleitung.
Früher tränkte man hier das Vieh, dabei kam es jedoch zum Streit, wem der anfallende Mist gehöre. Die Gemeinde vergab dann den Dung an den Meistbietenden gegen eine jährliche Gebühr.
Auf dem Grund des Feuersees befinden sich mehrere kleinere Quellen. Beim Bau wurden alte Eichenbalkenfundamente gefunden, die zu dem um 1550 erwähnten Badhaus und späteren Färberhäuschen gehörten.
Um 1880 gab es folgende Brunnen und Quellen:
1. Bernbrunnen, bei der Scheuerquelle
2. Rohrbrunnen, bei der Post
3. Fleckenbrunnen, bei Bäckerei
4. Kellerquelle
5. Marienlindenbrunnen
6. Friedhofbrunnen
7. Pumpe vor Friedhof
8. Schafgassbrunnen, Haus Kühnle/Lang
9. Calwer Weg-Brunnen, Haus A.Gehring, Calwer Str.
10. Hengstetter-Straßen-Brunnen, bei Wuchter
11. Angelbrunnen, Haus Folsche
12. Dachteler-Strassen-Brunnen, Haus Gräber
13. Deufringer-Strassen-Brunnen, Haus Marie Breitling
14. Gässlesbrunnen, Haus Quinzler
15. Gaissbügelbrunnen, Haus Marquardt
16. Hauptstraßen-Brunnen, "Rössle"
17. Oberer Brunnen, Scheuer Esslinger
18. Ipserquelle, Haus Wagner
19. Scheuerquelle
20. Rathausbrunnen
21. Aussenimdorf-Brunnen, Haus Zech
22. Deufringer-Straßen-Brunnen, Haus Kühnle, Mühlweg
23. Appeleshofbrunnen
24. Kapellenberg-Brunnen, Gasthaus"Krone"
25. Galgenbrunnen, im Gailer
26. Heinrichsbrunnen, Ecke Calwer-Dorfäckerstr.
27. Weiherbrunnen, Mühle
28. Hummel oder Hundsbrunnen, Kreuzung bei Mühle
29. Klingelbrunnen, Brühl
Der Angelbrunnen war ca.30 Meter tief. Der Wasserleitungsbau 1906 bedeutete für die meisten Brunnen das Aus, der Rest verschwand 1952/53 beim Bau der Kanalisation.
Der Name Gechingen entstand sicher wegen des hiesigen Wasserreichtums. Ge-ach-ingen = Dorf am Wasser.

Putzerei u. Viehwaage, Brunnenstraße:
Das sehr alte Haus, bereits um 1560 erwähnt, hat als Waschhaus gedient. Die anfallende Asche versteigerte man öffentlich als Düngemittel. Drei eingebaute Kessel und eine Bank in der Mitte waren die Einrichtung. Das Waschen und Kochen der Wäsche zu Hause war wegen Brandgefahr bei Strafe verboten. 1936 stellte man die erste elektrische Waschmaschine auf. Das Gebäude wurde um 1868 zeitweilig auch als Mosterei benutzt. Bei einem der früher häufigen Hochwasser wurden einige Waschfrauen im Gebäude von den Fluten überrascht und eingeschlossen. Ein Lehrer brachte sie einzeln auf seinem Rücken in Sicherheit. Er musste seine gute Tat mit dem Leben bezahlen, da er sich eine Lungenentzündung zuzog.

Backhaus, Metzgergasse:
1839 erbaut mit drei Öfen und einer Obstdörre, 1966 abgerissen. Der Backofen wurde auch zum Flachsdörren benutzt. Das Backhaus wurde von der Gemeinde an die Ortsbäcker verpachtet.

Zwei Keller, Furthstraße:
Einer davon wechselte im Hungerjahr 1815 für einen(!) Laib Brot seinen Besitzer. Über der Tür befindet sich ein Pflugzeichen.

Kasernenhof:
Er verdient seinen Namen der rechteckigen Bebauung des Platzes. Das Eckhaus war um 1780 Wohnhaus (Ausgedinghaus). Im Innern sind noch alte Treppen vorhanden, sowie die niedere Balkendecke mit Aussparungen für Lehmwickel.
Es handelt sich mit Sicherheit um einen mittelalterlichen Hof, der von einem Träger und seiner Verwandtschaft, der dem Klosteramt Merklingen zinspflichtig war bewirtschaftet wurde.

Haus Gehring, Brunnenstraße:
Erbaut um 1400, 1788 umgebaut. Um 1920 konnte man noch am Giebel lesen: "Wie man liest in der Bibel, so steht mein Haus im Giebel. Ich achte meine Hasser gleich wie das Regenwasser. Johann Michael Aichele 1788."
Auf dem Dachboden sieht man noch die aus einem Block gehauenen Treppenstufen, die Türen drehen sich noch auf Holzachsen und haben schöne alte, handgeschmiedete Schlösser.
Es handelt sich mit Sicherheit um einen Hof aus der Mittelalter, der von einem Träger, der dem Klosteramt Merklingen zinspflichtig war und dessen Verwandschaft bewirtschaftet wurde.

Haus Böttinger, Dachteler Straße:
War um 1768 ein Gasthaus, im hinteren Teil befand sich wahrscheinlich das Brauhaus.

Hochwassermarken am Haus Breitling, Dachteler Straße:
5.6.1873 stand das Wasser ca. 1,30m hoch. Drei Täler aus der Umgebung bachten bei Wolkenbrüchen viel Wasser in den Ort. Die Chronik berichtet davon. 1733 ertranken mehrere Menschen..
Es handelt sich mit Sicherheit um einen im Mittelalter genannten Hof, der von einem Träger, der dem Klosteramt Merklingen
zinspflichtig war und dessen Verwandschaft bewirtschaftet wurde.
 

Haus Schwarz/Süsser, Dachteler Straße:
Es blieb in einem Umkreis von 30 m als einziges beim Grossen Brand 1881 stehen. Die Ursache war Brandstiftung in der Scheuer des Gasthauses "Rössle".

Marienlinde, Kreuzung Gartenstraße, Kreuzstraße:
Sie wurde zur Erinnerung an die Hilfe von Prinzessin Maria von Württemberg (Gräfin Neipperg), die sie nach der Brandkatastrophe am 10.8.1881 leistete, gepflanzt. 52 Gebäude waren zerstört, Menschenleben waren nicht zu beklagen. Beim Wiederaufbau bewies der damalige Schultheiß Ziegler Weitblick und schuf das heutige Ortsbild mit der breiten Gartenstraße. Der Gemeinderat war gegen die neue Bebauung und wollte wieder die alte, feuergefährdete enge Bauweise durchsetzen. Der Schultheiß schloss die Räte so lange ein, bis sie vor Müdigkeit einschliefen und "Ja" sagten.

Gehring auf der Mauer, Calwer Straße:
Fränkische Bauweise.

Wagner Haus, Hauptstraße:
1799 erbaut, am Hauseck steht: "Vor Pest, Krieg, Feuer und aller Not bewahr dies Haus, o treuer Gott. Dieses Haus wurde gebaut von Bernhard Kappis und seiner Ehefrau Barbara, geborene Breitling, und dem Zimmermann Schwarzmaier."
1983/84 wurde es total renoviert und in die Scheuer Wohnungen eingebaut. Samuel Ludwig Wagner (1823-1908) war ein echter und frommer Bauer, im ganzen Ort bekannt und beliebt. Als er 1849 seine Frau Maria Katharina Eisenhardt aus Dachtel mit dem Hochzeitswagen abholte, waren so viele Garbenseile über den Weg gespannt, sodass er sich bei jedem loskaufen musste, darum mahnte ihn die junge Frau: "Du derfsch net so viel gea, sonsch goht os Geld aus."

Apotheke, Hauptstraße:
Einst stand an dieser Stelle das Haus des Heimatdichters Johannes Böttinger (1874-1921). Er schrieb besinnliche, aber auch zeitkritische Gedichte. Im Erdgeschoss befand sich eine Wirtschaft.

Schlecker, Hauptstraße:
Das alte Haus, inzwischen abgebrochen, wurde um 1400 erbaut und zeigte im Giebel noch die Verplattung im Gebälk, die vom Württ. Herzog aus Sicherheitsgründen verboten wurde. Teile des Gebälks haben wir sichergestellt, sie sollen im Museum ausgestellt werden.
Es handelt sich mit Sicherheit um einen im Mittelalter genannten Hof, der von einem Träger, der dem Klosteramt Merklingen
zinspflichtig war und seiner Verwandschaft bewirtschaftet wurde.